Schwarzwald Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Traditionelle Vorratshaltung

Wussten Sie schon, warum die Vorratshaltung früher so wichtig war?

Wenn wir heute nichts mehr zu essen im Haus haben, gehen wir in den nächsten Supermarkt, zum Bäcker oder auf den Wochenmarkt, um uns mit den benötigten Lebensmitteln einzudecken. Früher war das natürlich nicht so einfach.

Die Lebensgrundlage der ländlichen Bevölkerung bestand aus den Erträgen der Garten- und Feldarbeit. Da die meisten Erzeugnisse leicht verderblich waren, mussten diese schnell verarbeitet oder haltbar gemacht werden. Mangelnde Vorratshalung bedeutete nicht nur den Verzicht auf einen besonderen Genuss, sondern konnte auch zu Hunger, tiefer Not und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Natürlich wurden viele Anbauprodukte gleich frisch verzehrt oder zubereitet. Das Anlegen von Lebensmittelvorräten war aber zwingend notwendig, um den kalten, nahrungsarmen Winter überstehen zu können. Zur unsicheren Versorgungslage trugen verschiedene Faktoren wie begrenzte Vorratslager oder unausrottbare Schädlinge bei. Schlechte Verkehrswege und langsame Verkehrsmittel sowie die weiten Entfernungen und Zollgrenzen erschwerten den Handel.

Was immer also der eigene Grund und Boden hergab: Es wurde nichts verschenkt.

Einmal im Monat wurde Brot gebacken, das dann für einige Wochen reichen musste. In der Restwärme des Ofens konnte Obst gedörrt und somit haltbar gemacht werden. Auch wurden die Früchte zu Saft gepresst oder zu Schnaps verarbeitet. Letzterer war allerdings größtenteils nicht zum Eigenverzehr gedacht, sondern wurde auf umliegenden Märkten verkauft. Auf allen Schwarzwaldhöfen wurde zudem im Herbst Weißkraut eingesäuert. Weitere Möglichkeiten der Haltbarmachung waren das Einlegen und das Einkochen.

Übrigens: Wenn Sie noch mehr über die traditionelle Vorratshaltung erfahren möchten, kommen Sie zum Herbst- und Schlachtfest am letzten Oktoberwochenende. Vorführungen wie Krauthobeln und Schnapsbrennen sowie eine Sonderführung zum Thema geben einen Einblick, wie mühselig die Haltbarmachung von Lebensmitteln war, als Kühlschrank und Supermarkt noch Fremdwörter waren.