Schwarzwald Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Spinnhandwerk

Wussten Sie schon, dass das Spinnen eine der ältesten Techniken der Menschheit ist?

Die ältesten Belege für das Spinnen von Naturfasern reichen zurück bis in die Jungsteinzeit. Grundsätzlich geht es darum, Einzelfasern zu einem langen Faden zu verbinden. Verspinnen kann man alles, was Fasern hervorbringt, zum Beispiel Wolle, Flachs oder Seide.

Das einfachste Spinngerät ist der Spinnstock. Er wird über die Hand gedreht, so dass sich der Faden verdrillt. Diese Technik gibt es heute noch z.B. in Tibet. Die Handspindel ist ein weiterentwickeltes Gerät, das den Schwung mittels eines schweren Wirtels aus Stein, Blei und Ton, oder eines flächigen Wirtels, meist aus Holz hält. Die Spindel arbeitet dabei entweder frei hängend, oder auf dem Boden laufend. Das Spinnrad wurde in einer Zunftvorschrift der Stadt Speyer im Jahr 1298 erstmals erwähnt. Dadurch erfuhr das Spinnhandwerk einen technischen Fortschritt, der die Entwicklung des mechanischen Spinnens einleitete.

Das Spinnen war bereits sehr früh eine Tätigkeit, die von allen Frauen, egal welchen Standes, ausgeführt wurde. Da es eine recht langwierige Technik ist, mit einer Handspindel zu arbeiten und eine ausreichende Menge an Garn zu produzieren, kann man davon ausgehen, dass die Frauen diese Tätigkeit überall, wo es möglich war, ausgeübt haben. Ob abends am Feuer, tagsüber auf dem Markt oder auf dem Weg zu den Feldern: Solange zwei Hände frei waren, konnte gesponnen werden. Das Spinnen am Spinnrad konzentrierte sich vorwiegend auf die „gute Stube“ am Abend, wenn es für andere Tätigkeiten zu dunkel oder zu kalt war.

Übrigens: Das Spinnen am Spinnrad können Sie regelmäßig bei uns im Museum sehen. Wenn Sie dieses alte Handwerk gerne mal selbst ausprobieren möchten, können Sie an einem unserer Spinn-Workshops teilnehmen. Den nächsten Termin erfahren Sie rechtzeitig hier.

Wussten Sie schon ... ?

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