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Sitzordnung

Wussten Sie schon, welche Sitzordnung bei den Bauern galt? 

Wussten Sie schon - Sitzordnung

Die Stube war früher der einzig rauchfreie Arbeits- und Aufenthaltsraum des Hauses. Für gewöhnlich stand dort ein großer Tisch, an welchem in den meisten Gebieten des Schwarzwaldes fünfmal am Tag gegessen wurde: zum Morgen, zur neunten Stunde (zweites Frühstück), zu Mittag, zur vierten Stunde (nachmittags) und zu Abend. Die ganze Familie mit Gesinde versammelte sich zu diesen Zeiten in der Stube. 

Dabei mussten alle in einer festen Reihen- und Rangordnung sitzen. Im Herrgottswinkel, dem Winkel in der Stube, saß der Bauer, zu seiner Rechten der Oberknecht, zur Linken die Bäuerin. Neben dem Knecht folgten die Söhne des Hauses sowie die Unterknechte. Auf der linken Seite neben der Bäuerin saßen die Magd, die Töchter und die Untermägde. Besucher wurden dem Bauern gegenüber ans Tischende gesetzt. Die Bäuerin saß entweder ganz oben beim Bauern oder als erste links von ihm auf einer Bank. Nur der Bauer und die Bäuerin durften sich an der Wand anlehnen.

Erst nachdem ein Gebet aufgesagt wurde, wurde mit dem Essen begonnen. Der Bauer durfte sich als Erster bedienen. Danach ging es der Reihe nach, vom Oberknecht bis zu den Mägden.

Der Bauer gab auch das Ende der Mahlzeit vor. Sobald dieser seinen Löffel niederlegte, mussten alle, die am Tisch saßen, ebenfalls das Besteck niederlegen. Die Löffel wurden an der Kittelschürze sauber gerieben und zurück in den dafür vorgesehenen Lederriemen an der Wand gesteckt.

Übrigens: In der Stube des Hippenseppenhofs lässt sich diese Situation besonders gut nachvollziehen. Neben dem Tisch als Mittelpunkt der Stube finden Sie dort auch die Löffel in ihrer vorgesehenen Halterung.

 

Wussten Sie schon ... ?

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