Schwarzwald Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Leibgedinghaus

Wussten Sie schon, welchen Zweck das Leibgedinghaus hatte?

Bei der Hofübergabe wurde das geschlossene Hofgut vom Altbauernpaar in der Regel dem jüngsten Sohn, der ersten Frau oder der ältesten noch unversorgten Tochter vererbt. Der Begriff „Leibgeding“ bezeichnete die Verpflichtung für die Erben, nach der Hofübergabe das Altbauernpaar bis zu deren Ableben mit Wohnfläche, Nahrungsmitteln und weiteren Leistungen zu versorgen. In Hofübergabeverträgen wurde der Umfang der Versorgung genau festgelegt. War genügend Geld und ausreichend Platz vorhanden, wurde beim Bauernhaus ein Leibgedinghaus errichtet, in das das Altbauernpaar umziehen konnte. So wurden viele Konflikte vermieden, die sich beim Zusammenleben in einem Haus ergaben. Die Jungbauern teilten darüber hinaus die landwirtschaftlichen Erzeugnisse mit den Älteren, um deren Versorgung zu sichern.

In Zeiten, in denen kein Altbauernpaar das Leibgedinghaus bewohnte, wurde das Gebäude an Verwandte oder Tagelöhner vermietet.

Übrigens: Auf dem Gelände des Freilichtmuseums Vogtsbauernhof befindet sich auch ein Leibgedinghaus. Erbaut 1652 wurde es 1964 in das Museum versetzt und kann während der Öffnungszeiten besichtigt werden.

Wussten Sie schon ... ?

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