Schwarzwald Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Hausgeschichte des Schlössles von Effringen

Wussten Sie schon, dass das Schlössle von Effringen eine wechselvolle Hausgeschichte hat?

Mit seiner Umsetzung in das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof ist das Schlössle von Effringen das älteste und erste ehemals herrschaftliche Anwesen in einem baden-württembergischen Freilichtmuseum sowie eines der ältesten Gebäude in einem deutschen Freilichtmuseum überhaupt. Über die Jahrhunderte war das Gebäude im Besitz vieler verschiedener Personen und wurde ganz unterschiedlich genutzt. Aber der Reihe nach:

Nach dendrochronologischer Untersuchung stammen die ältesten Balken im Gebäude aus den Jahren um 1407. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es aber bereits 1379, als am 20. Juni diesen Jahres ein Abt Friedrich im Namen des Konvents des Klosters Sankt Georgen in Stein am Rhein das als Mayerhofzu Effringen bezeichnete Gebäude an den Neubulacher Bürger Konrad Grückler verkaufte. Durch die mit dem Gebäudekauf verbundenen Rechte und Vorzüge gelangte die Familie Grückler in den Folgejahren zu Reichtum und Wohlstand. Ihrem gestiegenen Ruf und Ansehen gemäß begann Konrad Grückler, das Gebäude, das vermutlich durch Brand zu großem Schaden gekommen war, auf den bestehenden Grundmauern zu einem prächtigen Landschloss auszubauen. Im Jahr 1407 wurde der Gebäudekern grundlegend modernisiert und ein komplett neues Balkengerüst eingezogen.

Im späteren 15. Jahrhundert – die Familie Grückler hatte ihre Ämter und Rechte weitgehend verloren – wurde das Schlössle zu einem Lehenshof umgewandelt und fortan von verschiedenen Lehensträgern verwaltet. Umbaumaßnahmen erfolgten erst wieder mit einer intensiven Bau- und Renovierungsphase im frühen 17. Jahrhundert, als im Erdgeschoss großräumige Stallungen und im Obergeschoss zeitgemäßer Wohnraum eingebaut wurden.

Das heutige Erscheinungsbild des Gebäudes entspricht seinem Zustand nach der letzten großen Umbauphase in den Jahren um 1880. Johann Georg Kempf, Bauer und Gemeinderat, hatte das Schlössle 1837 erworben und wollte es zu altem Glanz zurückführen. Damals wurde, nachdem der Zugang zuvor über eine Treppe im Turm in das Obergeschoss erfolgte, ein neuer Hauseingang geschaffen. Der ehemalige Futtergang zwischen Kuh- und Pferdestall führte nun als Flur zur neu eingebauten Treppe in das obere Stockwerk. Der dort befindliche ehemalige Eingangsbereich erhielt durch den Einzug neuer Wände einen abgeschlossenen Küchenraum mit angrenzender Stube. Mit dieser, bis heute noch bestehenden Raumstruktur wurde das Haus bis 1972, zuletzt von Familie Gauß, als privates Wohnhaus genutzt. Dies wiederum entspricht dem Zeitschnitt, der im Freilichtmuseum mit der Wohneinrichtung dargestellt wird.

Übrigens: In einem Ausstellungsbereich zur wechselvollen Hausgeschichte des Schlössles von Effringen in den ehemaligen Stallungen des Gebäudes können Sie noch mehr über dieses spannende Thema erfahren.

Wussten Sie schon...?

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