Schwarzwald Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Die Schwarze Küche

Wussten Sie schon, wie die "Schwarze Küche" zu ihrem Namen kam?

Die „schwarze Küche“ oder „Rauchküche“ findet man in den traditionellen Bauernhäusern des Schwarzwalds. Wenn man sich ein solches Schwarzwaldhaus näher anschaut, fällt das durchgängige Fehlen von Kaminen auf. Tatsächlich verfügten die alten Gebäude nicht über einen kontrollierten Rauchabzug. Von den Feuerstellen in den Küchen stieg der Rauch durch Luken und Schächte nach oben bis in den Dachraum. Der Rauch wurde also im Haus gehalten. 
Aus Gründen des Brandschutzes war der Küchenboden mit Sandsteinplatten ausgelegt. Um den Funkenflug abzufangen und die Berührung mit Holzteilen zuverhindern, wurden über den Feuerstellen sogenannte Gewölme gespannt. Diese bestanden aus einem Geflecht aus Haselnussruten, das mit einer Lehm-Stroh-Mischung verschmiert war.

Der langsame Abzug des Rauches war für die Frauen in den Küchen gesundheitlich verheerend. Allerdings diente er sehr wirkungsvoll der Vertreibung von Ungeziefer, dem Imprägnieren der Hölzer, der Konservierung von Schinken und Würsten, die im Gewölm aufgehängt wurden, sowie auch dem Ausgleich der aus den Ställen aufsteigenden Feuchtigkeit.

Je nach Wetterlage zog der Rauch mehr oder weniger schnell aus der Küche ab. Mit der Zeit färbten sich die Wände und das Gewölm durch den Ruß dunkel und wurden schließlich schwarz. Daher kommt die Bezeichnung „Schwarze Küche“.

Übrigens: Wenn Sie mal eine „Schwarze Küche“ sehen möchten, besichtigen Sie unseren Falkenhof. Von Mitte Mai bis Mitte September können Sie hier sogar zu verschiedenen Terminen zwischen 11.00 Uhr und 14.00 Uhr eine Kochvorführung miterleben.

Wussten Sie schon ... ?

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