Schwarzwald Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Die Grundidee der Museumserweiterung

Das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach, mit seiner Gründung im Jahr 1964 das älteste Freilichtmuseum in Baden-Württemberg, präsentiert Häuser und Hofanlagen aus dem südlichen und mittleren Schwarzwald. Regionen des Nordschwarzwalds sind bislang im Museum nicht repräsentiert. Mit einer Geländeerweiterung in Richtung Norden möchte der Vogtsbauernhof diese Dokumentationslücke schließen und den bisherigen Museumsrundweg mit den beiden Schleifen um Mittel- und Südteil des Schwarzwalds um eine dritte, nördliche Schleife ergänzen. Der langfristig angelegte Plan des Museums sieht insgesamt drei Hofanlagen vor, die in den  nächsten zwei Jahrzehnten aus den verschiedenen Regionen des Nordschwarzwalds nach Gutach versetzt werden sollen. Die Inneneinrichtungen der neu hinzukommenden Häuser sollen dabei das 20. Jahrhundert, von der Nachkriegszeit über die 1970er Jahre bis zur Jahrtausendwende, in den Blickpunkt rücken. Das Freilichtmuseum will damit inhaltlich an die Gegenwart sowie an den Erfahrungshorizont der heutigen Besuchergeneration anschließen.

Mit Gebäuden aus dem Nordschwarzwald wird es auch für den nicht fachkundigen Besucher möglich sein, in der vergleichenden Betrachtung die Besonderheiten des klassischen Schwarzwaldhauses zu erkennen. Die Hauslandschaft des Nordschwarzwalds weicht grundsätzlich ab vom traditionellen Schema eines Schwarzwaldhauses aus der mittleren und südlichen Region. Die Gebiete nördlich der Kinzigtallinie zeigen in der Architektur ihres baulichen Altbestands zum Rheingraben hin schon die Verwandtschaft zum Elsass und in den Höhenlagen Richtung der Westgäulandschaften Ähnlichkeiten mit dem fränkischen und oberschwäbischen Bauernhaus. Mit der Erweiterung um Gebäude dieser Haustypen unterstreicht der Vogtsbauernhof seine Grundidee, Hausformen aus dem gesamten Schwarzwald zu zeigen.