Lorenzenhof

Der Lorenzenhof aus Oberwolfach von 1608 ist ein typisches Kinzigtäler Haus mit einem gemauerten Sockelgeschoss, auf das ein holzgezimmertes Obergeschoss aufgesetzt ist. Im Sockelgeschoss befindet sich der Stall. Im Obergeschoss liegen an der Stirnseite Stube und Schlafkammer nebeneinander.

Container

Stall und Wohnbereich heißen "Haus". Daran ist der Wirtschaftsteil angebaut. Typisch für die Kinzigtäler Häuser ist die "Nussbühne", ein Hohlraum zwischen Stuben- und Kammerdecke und dem darüber liegenden Dachraumboden. Er wurde zum Trocknen von Nüssen oder zum Aufbewahren von Arbeitsgeräten genutzt.

Im Lorenzenhof befindet sich die Dauerausstellung „Waldmuseum“. Das Erdgeschoss des Gebäudes widmet sich der historischen Waldwirtschaft des Schwarzwalds und geht dabei sowohl auf die traditionellen Waldhandwerke als auch auf die unterschiedlichen Holzberufe ein. Über das wechselvolle Verhältnis von Mensch und Wald hinaus richtet sich der Fokus auch auf die kulturgeschichtliche Bedeutung wie auf die mythische Dimension des Waldes. 

Das Obergeschoss stellt den Schwarzwälder Bergbau, die Glasmacherei und das Töpferhandwerk in den Mittelpunkt. Mit zahlreichen Objekten, Bildern und Texten wird die Geschichte der Schwarzwälder Waldgewerbe für den Besucher lebendig. Ein nachgebildetes, begehbares Bergwerk gibt Einblick in die funkelnde Welt der Mineralien, während Objekte und Texte die Alltagswirklichkeit unter Tage thematisieren.

Der Glasherstellung im Schwarzwald ist ein eigener Raum gewidmet, der die einst so bedeutende Tradition umfassend beleuchtet. Die Steingutherstellung im Wandel der Zeit, von der Hafnerei über die Töpferei bis hin zur Porzellanherstellung, findet ebenfalls ihre Darstellung.

Welche Herausforderungen die Händler auf ihren Transportwegen zu bewältigen hatten und welche Transportmittel für sie von elementarer Bedeutung waren, zeigt der letzte Ausstellungsraum im Dachgeschoss.