Das "Schwarzwaldkabinett" im Hippenseppenhof

Die neue Dauerausstellung im Hippenseppenhof greift die häufig gestellten Fragen wie „Woher kommt der Bollenhut?“, „Was hat es mit der Schwarzwälder Kirschtorte auf sich“ und „Wie kommt der Kuckuck in die Uhr?“ auf und lädt zu einer kulturgeschichtlichen Entdeckungsreise zu den Klischees des Schwarzwalds ein. Mit ausgetüftelten Inszenierungen wird auf anschauliche Weise all das, was den Schwarzwald ausmacht, in konzentrierter Form beleuchtet.

Mit seinem Schwarzwaldkabinett trägt das Schwarzwälder Freilichtmuseum der Erwartungshaltung seiner Besucher Rechnung, die im Museum seit Jahrzehnten außer den Häusern immer wieder auch das sehen wollen, was hier in der Region seine Anfänge und Ursprünge hat. Mit informativen Hintergrundtexten, einer sorgsamen Objektauswahl, einer Collage zur Schwarzwaldmalerei sowie mit Filmstationen und Inszenierungen zu den Themenfeldern Kirschtorte und Tourismus bildet die Ausstellung die formschöne Schauseite des Schwarzwalds ab.

Weil es aber nicht Maler, Feriengäste und Werbefachleute, sondern Waldarbeiter, Bauern und Handwerker waren, die diesen Landschafts- und Kulturraum gestaltet haben, erschließt die Ausstellung in einer Art zweiter Schicht die Alltagswirklichkeit der früheren Schwarzwaldbewohner. Nach oben bleibt die Verbindung zur bäuerlichen Scheune offen, zur Seite sind Durchbrüche in die angrenzenden Handwerker­kammern geschaffen.

Das Schwarzwaldkabinett lädt die Museumsbesucher ein, schlendernd einen Anfängerkurs in Sachen Schwarzwald zu belegen und sich dabei vielleicht bewusst zu werden, von wie vielen eigenen Vorstellungen diese Landschaft geprägt und beseelt ist.