Bollenhut

Wussten Sie schon, aus wie vielen Bollen der Gutacher Bollenhut besteht?

Wie viele haben Sie gezählt? Acht oder vielleicht sogar elf? Knapp verfehlt, tatsächlich besteht der Bollenhut, der zum Symbol des Schwarzwalds schlechthin wurde, aus insgesamt 14 Bollen. Drei der entweder roten oder schwarzen Bollen sind von den anderen überdeckt und für den Betrachter somit nicht gleich erkennbar.
Auch die Farbe der Bollen hat eine Bedeutung, die den meisten geläufig sein wird. Der rote Bollenhut ist den unverheirateten Frauen vorbehalten, während verheiratete den schwarzen tragen. Den roten Bollenhut tragen die Mädchen erstmals zur Konfirmation. Ein Bollenhut kann bis zu 2 kg wiegen und wird bis heute von Hutmacherinnen in Handarbeit gefertigt.
Wenige wissen jedoch, dass der Bollenhut, der zur Gutacher Tracht gehört, nur in drei Schwarzwälder Gemeinden getragen werden darf, nämlich in Gutach, Hornberg-Reichenbach und Kirnbach.
Verschiedene Handwerker, wie die Bollenhutmacherin, die Gollerstickerin, die Rollenkranzbinderin, die Trachtennäherin oder auch der Schuhmacher sind bei der Herstellung einer Gutacher Tracht beteiligt.
Man kann sich vorstellen, dass vor 400 Jahren eine Tracht für viele Bauernfamilien nicht erschwinglich war. Aus Nachlassunterlagen ist bekannt, dass die meisten Menschen nur über zwei Kleidungsgarnituren verfügten. Diese mussten für die Vieh- und Landwirtschaft funktional und robust sein. Nur wohlhabendere Hofbesitzer und begüterte Städter leisteten sich schon früh eine Sonntags- und Festtagstracht.

Mehr über die Trachtenwelt im Schwarzwald können Sie in unserer Ausstellung „Schwarzwaldkabinett“ im Hippenseppenhof täglich von 9 bis 18 Uhr erfahren.