Back- und Brennhäusle

Wussten Sie schon, dass der Vogtsbauernhof auch früher nicht ganz allein auf weiter Flur stand?

Der Vogtsbauernhof hatte sozusagen mehrere Nebengebäude. Um sich selbst auf den abgelegenen Schwarzwaldhöfen versorgen zu können, waren dem Wohnhaus der Bauern mehrere Gebäude angeschlossen. Aus wissenschaftlichen Quellen ist für den Vogtsbauernhof ein Back- und Brennhäusle und ein Speicher belegt. Erhalten geblieben ist jedoch nur das Back- und Brennhäusle. Der Gutacher Speicher neben dem Vogtsbauernhof wurde im Jahr 1963/64 in das Freilichtmuseum versetzt.

Das Back- und Brennhäusle stammt aus dem Jahr 1870. Auf den damaligen Höfen war einmal im Monat Backtag. An so einem Tag wurde auf Vorrat gebacken und ungefähr ein Zentner Mehl verbraucht. Die Restwärme im Backofen wurde zum Dörren von Obst genutzt, das somit haltbar gemacht wurde. Häufig wurden die Früchte auch zu Schnaps in der dazugehörenden Brennanlage verarbeitet.

Nun noch etwas Besonderes: Fast alle Schwarzwaldhöfe besitzen heute noch ein Abfindungsbrennrecht, das die Brennmenge begrenzt. Vor dem Brennen müssen die Schwarzwaldbauern Maischmenge und Zeitpunkt dem Zollamt melden. Seit der Einführung des Brantweinmonopols 1919 darf die Anzahl der Abfindungsbrennereien nicht mehr erhöht werden.

Übrigens: Heute wird im Back- und Brennhäusle noch immer regelmäßig gebacken. Es wird jedoch kein Schnaps mehr im Museum gebrannt. Die Schnapsbrennerin Rita Vitt kommt allerdings einmal in der Woche ins Museum und erklärt den Besuchern, wie auf traditionelle Weise Schnaps hergestellt wird. Verköstigt werden können die eigenen Erzeugnisse von Rita Vitt aus ihrer Schnapsbrennerei in Biberach.